Neugeboren, alles ist weich und sacht, Füße die noch nicht tragen mussten, Finger, die sich noch nicht brannten, Augen, die nur glücklichen Elternblicken begegnen. Wann fängt das Leben an, seine Spuren zu hinterlassen? Wenn man Füße zum ersten Mal in Schuhe zwängt, um das Barfußlaufen zu verlernen, wenn man Händen verbietet zu entdecken, aus Angst sie könnten etwas zerbrechen, wenn sich die erste Härte in den Augen zeigt, weil nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen? Lasst uns diesen Augenblick einfach herauszögen und das Kind ab und zu barfuß laufen im nassen Gras im Sonnenaufgang. Auf die Gefahr hin, dass es sich die Finger verbrenne, lasst es frisch gebackenes Brot kosten, lasst seinen Blick weich in die Weite schweifen und all das Schöne entdecken, was einem harten Blick entgeht. Lernt dem Kind loszulassen, mit dem Strom , denn der trägt es immer in einen sicheren Hafen. Für Birgit , die ihr erstes Enkelkind mit einer kuschelweichen Babydecke begrüßt hat und deren Pos...
FadenStille - Von der Seele stricken