Donnerstag, 22. November 2012

Körpergeflüster


Der Körper ist die Übersetzung der Seele ins Sichtbare.
  -Christian Morgenstern-
Wenn unser Körper unsere Seele WIEDER SPIEGELT und  nicht WIDER SPIEGELT, dann steht damit fest, dass nicht nur Nahrung und Bewegung unser Äußeres bestimmen, sondern auch, die bewusste oder noch viel wichtiger, unbewusste Einstellung zu ihm.
Leider haben wir verlernt, unseren Körpers zu verstehen, wir hören nicht auf ihn, wenn er uns leise fragt, unser Leben gesünder einzurichten, anders zu essen und zu trinken, uns mehr zu bewegen, wir überhören sein Geflüster, bis es Schreie werden, die wir nicht mehr überhören können, da sie uns Schmerzen bereiten.
Nehmen wir unseren Körper eigentlich bewusst wahr oder begegnen wir ihm mit Zorn und Unzufriedenheit beim Vorbeigehen im Spiegel?
 Lieben wir ihn für seine treuen langen Dienste oder bemerken wir erst, dass es ihn gibt, wenn er uns mit Schmerzen und Krankheiten mahnt:" Hallo, ich bin auch noch da, könntest du vielleicht ein wenig vorsichtiger mit mir umspringen, ich bin auch nur aus Fleisch und Blut!"
Sind es nicht die leisen Töne im Leben und im Umgang mit Mensch, Tier und unserem eigenen Selbst, für die wir taub sind oder am liebsten  überhören?
Dabei flüstern wir doch unserem Liebsten süße Worte ins Ohr, flüsternd beruhigen wir ein Baby, flüsternd teilen wir Geheimnisse.
Flüstern drückt Vertrautheit, Intimität und Verbundenheit, sogar Zärtlichkeit und Liebe aus, können wir dann nicht auch flüsternd  unseren Körper beeinflussen?
Begeben wir uns auf eine Reise des Wiederfindens, kein Vornehmen in Richtung von Abnehmen und Diäten, sondern ein sanfterer  Umgang mit einem geliebten Wesen, das uns umhüllt, unser Äußeres kennzeichnet und das es verdient geliebt zu werden.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Anette,
    danke für die Gedanken zum Körper. Du bist heute die Zweite, die mir diese Gedanken mit auf den Weg gibt. Dann soll es wohl so sein, innezuhalten und nachzudenken.
    Lieben Dank und liebe Grüße
    margit

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  2. Auch ich sag Danke für diese Gedanken...
    Ich wünsch Dir einen wunderschönen Nachmittag !
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  3. Hallo,
    dein Text hat mich sehr nachdenklich gemacht.Wir nehmen immer alles für selbstverständlich, bis wir irgendwann feststellen müssen, dass nichts auf der Welt selbstverständlich ist. Mann sollt sich öfter Zeit nehmen, solche Texte zu lesen und sich von ihnen berrühren zu lassen.
    LG Anja

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  4. Ein Text, der einen wirklich zum Nachdenken bringt.

    Grüßle von Sandra und Bruno dem Wuff

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  5. DANKE, liebe Anette, für diese wundervollen GeDANKEN!
    Du hast mir den Feierabend bereichert!

    Übrigens verstricke ich derzeit noch einmal den Zauberball Crazy, aus dem ich Deine Elfenstille gestrickt habe - Petrol-Braun-Rot-Töne ... aber dieses Mal wird es etwas ganz Anderes.
    Kannst mich ja mal im Blog besuchen ...

    Liebe Grüße von ULL-Rike, der WOLL-Reichen

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  6. Liebe Anett,
    Christian Morgenstern hat diese Weisheit in Poesie gebettet. Plato sagt es so: "Ihr sollt nie versuchen, den Körper zu heilen, ohne auch die Seele zu heilen. Denn der Teil kann nur gesund sein, wenn das Ganze gesund ist."

    Körper und Seele bilden eine Einheit, die nicht getrennt werden kann. Die Seele ist die Verbindung zwischen Körper und der höheren Instanz, der geistigen Ebene. Nur, wenn wir sterben, löst sich die Seele vom Körper und geht ganz in ihren Ursprung zurück.

    Doch was geschieht, wenn Organe entnommen und verpflanzt werden, zumal der Spender noch gar nicht gestorben ist, die Seele noch nicht gelöst? Ich gebe zu, dass ich kein Organspender sein möchte und auch keines empfangen will.

    Du schreibst von einem sanfteren Umgang mit dem Körper. Schon in der Bibel steht, man solle ihn behandeln wie einen Tempel, ein Gotteshaus.

    ♥liche Grüße, Gisela

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