sondern habe lieber Geduld.
Sobald ich etwas mit Mühe tue, erstickt meine Hingabe, etwas wird mühselig und schwer.
Schon die Wort MÜHE und GEDULD klingen so verschieden, wie ihre Bedeutung.
Mühe, beinhaltet für mich eine gewisse Angst vor dem Misserfolg und wohin führt die Angst vorm Misserfolg... zum Misserfolg, bei mir zumindest.
Geduld dagegen, hat etwas mit Vertrauen in mich selbst zu tun.
Ein Kind lernt.
Mit der Zungenspitze zwischen den Lippen, lernt es angestrengt und konzentriert. Auf Anhieb klappt es nicht, auch nicht beim zweiten Mal.
Fragender Blick und die Antwort der Mutter:"Gib dir doch mal mehr Mühe!", im Sinne von... kannst du es denn immer noch nicht, das wird ja nie was.
Welch scharfen, vorwurfsvollen Unterton hat diese Antwort.
Sagt die Mutter jedoch:"Hab doch ein wenig Geduld.", klingt ihre Stimme weich und sanft, ja fast tröstend, im Sinne von das wird schon.
Geduld hat man, in Geduld kann man sich üben.
Mühe kostet es, Mühe kann uns gar nicht gegeben werden.
Hier in Frankreich habe ich aufgehört, mir Mühe zu geben.
Wir freuen uns auf ein Fest, eine Feier, wochenlang, monatelang, erwartungsvoll, fast ungeduldig.
Der große Augenblick ist da, wir gehen zum Frisör, kaufen ein neues Kleid, tragen ungewohnte, hochhackige Schuhe... geben uns Mühe, gut auszusehen.
Dann sitzen wir vor einem festlich gedeckten Tisch, teuer Wein glitzert in zarten, zerbrechlichen Gläsern, wir geben uns Mühe, das neue Kleid nicht zu bekleckern, geben uns Mühe, unseren Tischpartner zu amüsieren, tanzen mit unserem Chef, bemüht, ihm nicht auf die Füße zu treten.
Erschöpft kehren wir heim, am nächsten Morgen enttäuscht, war das das langersehnte Fest, der Höhepunkt des Jahres?
Mühelos dagegen, rein zufällig finden wir uns mitten auf einem französischen Erntefest wieder, tragen leichte, Uralt Sandalen, weil die sich herrlich laufen, Haare im Pferdeschwanz, ein leichtes Sommerkleid, weder Make up, weder Mühe...
Roter und weißer Wein werden aus Kanistern geschenkt und aus Plastebechern getrunken, Alt und Jung, tanzt nach einem einzigen verstimmten Akkordeon, ein kleiner alter Franzose fordert uns zum Tanz, tritt uns auf die Füße und lächelt ein zahnloses Lächeln.
Man redet eine Sprache, die man nicht einmal versteht und doch versteht man sich...mühelos.
Aufgewühlt und energiegeladen geht man nach Hause, glücklich, noch am nächsten Morgen.
Welches Fest vergisst man nie? Genau.
Darum habe ich aufgehört, mir Mühe zu geben, ich vertraue einfach meiner Geduld, meiner Intuition, auch dem Zufall.
Entstehen oft nicht die schönsten Fotos und Projekte rein zufällig, mühelos, aus einer Laune heraus, aus der Lust einfach alle Regeln fallen zu lassen?
Obwohl ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin,
entstehen viele meiner Sachen mit viel Geduld und nicht scheinbar müheloser Zufälligkeit, siehe Fotos.
Immer lebendig, inspiriert vom Zufall, eingegeben durch die Schönheit des Materials, einer Stimmung des Augenblicks ,es sind es Unikate, die man nicht so schnell vergisst.
und dieser geht ins Kistchen